Donnerstag, 3. Januar 2008

Pressestimme

aus Neues Deutschland, 03.01.2008

Klares Zeichen gegen Rechtsradikale
535 170 Euro in zwei Jahren für Stadtteilzentren in Marzahn veranschlagt
Von Klaus Teßmann

Seit 1. Januar gilt für die acht Stadtteilzentren im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ein neuer Kooperationsvertrag. Ein entsprechendes Dokument wurde zwischen dem Bezirksamt und den drei großen Wohlfahrtsverbänden abgeschlossen, die im Bezirk die Stadtteilzentren leiten. Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (LINKE), Eberhardt Löhnert vom Landesverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, Horst Spitzer vom Kreisverband Marzahn-Hellersdorf der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Regina Lux-Hahn vom Caritasverband für das Erzbistum Berlin unterzeichneten den Vertrag für die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit im Bezirk.

Es ist bereits der fünfte Kooperationsvertrag über die Arbeit der Nachbarschaftszentren. Für die kommenden beiden Jahre finanziert der Bezirk die Zentren mit jeweils 535 170 Euro. »Damit ist die Grundausstattung in den acht Stadtteilzentren gesichert«, betonte Bürgermeisterin Dagmar Pohle. Sie freute sich darüber, dass erstmals ein Vertrag rechtzeitig unterschrieben werden konnte, bevor das neue Haushaltsjahr beginnt.

Neu in diesem Jahr ist auch, dass die Finanzierung von Anfang an gesichert ist, denn der Bezirk hat einen beschlossenen Haushalt ohne Einschränkungen. »Das ist eine gute Grundlage für die Arbeit«, betonte Dagmar Pohle. Es sei gelungen, in allen Stadtteilen eine funktionierende soziale Infrastruktur aufzubauen. Der Bezirk habe ein klares Zeichen gesetzt und werde Angriffe der Rechtsradikalen, wie den am 10. Dezember gegen den »Kieztreff Interkulturell« in der Marzahner Promenade 38, nicht dulden. Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass »die NPD in der Bezirksverordnetenversammlung den Antrag gestellt hatte, sämtliche Mittel für die Stadtteilzentren zu streichen.« Dem Bezirk gehe es um demokratische Kultur in allen Stadtteilen und in ganz Berlin.

Horst Spitzer von der Arbeiterwohlfahrt war zufrieden mit dem neuen Vertrag, weil damit die langfristige kontinuierliche Arbeit gesichert ist. »Wir brauchen mehr finanzielle Mittel«, sagte Spitzer, »aber wir sind stolz darauf, dass unsere Finanzierung für zwei Jahre gesichert ist«. Er geht davon aus, dass die Wohlfahrtsverbände noch eigene Mittel akquirieren müssen. Die Arbeiterwohlfahrt werde sich auch in Zukunft gegen jede Form von rechter Gewalt äußern. »Menschen, die sich bedroht fühlen, haben bei uns immer eine Zuflucht«, erklärte der Kreisvorsitzende der AWO.

Es sei nicht selbstverständlich, dass ein Bezirk über so viele Jahre Geld zur Verfügung stellt, erklärte Spitzer. Nun müssen viele Menschen in den aktiviert werden, um den Kiez in ehrenamtlicher Arbeit mit zu gestalten. Für Horst Spitzer gibt es eine neue Herausforderung, die Schulen und die Jugendarbeit im Sozialraum in die Arbeit einzubeziehen.

Caritas steht für den Migrationsdienst und Sozialberatung, erklärte Regina Lux-Hahn vom Caritasverband für das Erzbistum Berlin. Es sei ein Beispiel für die Trägervielfalt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, dass auch Caritas als kirchlicher Träger in die soziale Stadtteilarbeit eingebunden ist. »Caritas fühlt sich sehr wohl in diesem Bezirk«, erklärte Lux-Hahn.
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