Pressestimme
aus Neues Deutschland, 13.10.2007
Kein Angstraum »Helle Mitte«
Marzahn-Hellersdorf legt Verzeichnis rechter Übergriffe an
Von Wolfgang Weiß
Unter dem eher nichtssagenden Namen »Verzeichnis« haben sich bereits 22 verschiedene Marzahn-Hellersdorfer Einrichtungen zu einem wichtigen Projekt vernetzt. Es hat sich zur Aufgabe gestellt, alle Vorkommnisse zu erfassen, die einen rechtsradikalen, antisemitischen oder rassistischen Hintergrund haben und die bisher meist nicht gemeldet wurden. Die Schirmherrschaft über das Projekt, das unter der Leitung der Bezirklichen Koordinierungsstelle gegen demokratiegefährdende Phänomene und Rechtsextremismus »Polis« steht, hat Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (LINKE) übernommen.
Der »Polis«-Verantwortliche für das Projekt, Ricardo Taschke, erläuterte im Rathaus am Alice-Salomon-Platz in Hellersdorf, dass es am Anfang um eine möglichst umfassende Sammlung und Dokumentation derjenigen Vorfälle gehe, die jenseits strafrechtlicher Relevanz stehen oder die aus Furcht vor Repressalien nicht zur Anzeige gebracht werden. Für ihn stelle das »Verzeichnis« zuerst einmal eine Zustandsbeschreibung dar, die analysiert werden muss und aus der dann Schlussfolgerungen gezogen werden.
Im Augenblick gilt es neben dem Bezirksamt mit dem Büro von Dagmar Pohle und dem Ordnungsamt möglichst viele weitere Unterstützer zu finden. Bisher haben sich schon Stadtteilzentren, Schulen, Lehrer und Studenten und sogar Suchtberatungszentren als Partner angeboten.
Alle Helfer erhalten von »Polis« Ordner mit wichtigen Hinweisen zu Themen wie: Was sind rechtsextreme Aktivitäten? Wie verhält man sich, wenn man mit solchen Vorfällen konfrontiert wird? An welche Kontaktadressen kann man sich wenden? Für die Partner und Unterstützer des Verzeichnisses gibt es auch dreitägige Workshops. Dort erfahren die Teilnehmer, wie eine Anzeige richtig formuliert werden muss, mit welcher rechtlichen Unterstützung man rechnen kann oder wie die Zusammenarbeit mit der Polizei funktioniert. In einem zweiten Schritt sollen Namen und Adressen von Ansprechpartnern öffentlich gemacht werden, wenn diese zustimmen.
Dagmar Pohle betonte, dass es um die Sensibilisierung für rechtsextreme Aktivitäten, um Transparenz und um die Auseinandersetzung damit gehe. Das »Verzeichnis« solle das Klima widerspiegeln, in dem solche Vorkommnisse stattfinden. In diesem Zusammenhang warf Ricardo Taschke die Frage auf, ob die »Helle Mitte« in Hellersdorf in der Dunkelheit ein Angstraum sei, wohin sich Bürger nicht mehr wagen.
Marzahn-Hellersdorf sei insgesamt wiederholt Schauplatz rechtsextremer Aktivitäten gewesen, wie die jüngsten Aktionen zum sogenannten Rudolf-Heß-Gedenktag oder nicht genehmigte NPD-Stände im Einkaufszentrum »Helle Mitte« zeigten. Dagmar Pohle kündigte an, dass sie die Ergebnisse des »Verzeichnis«- Netzwerkes als Sammlung an Innensenator Erhard Körting (SPD) übergeben werde. Dieser prüfe ja die Möglichkeiten für ein NPD-Verbot.
E-Mail: polis@stiftung-spi.de; www.stiftung-spi.de; Büro der Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf Tel. 902932001
Kein Angstraum »Helle Mitte«
Marzahn-Hellersdorf legt Verzeichnis rechter Übergriffe an
Von Wolfgang Weiß
Unter dem eher nichtssagenden Namen »Verzeichnis« haben sich bereits 22 verschiedene Marzahn-Hellersdorfer Einrichtungen zu einem wichtigen Projekt vernetzt. Es hat sich zur Aufgabe gestellt, alle Vorkommnisse zu erfassen, die einen rechtsradikalen, antisemitischen oder rassistischen Hintergrund haben und die bisher meist nicht gemeldet wurden. Die Schirmherrschaft über das Projekt, das unter der Leitung der Bezirklichen Koordinierungsstelle gegen demokratiegefährdende Phänomene und Rechtsextremismus »Polis« steht, hat Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (LINKE) übernommen.
Der »Polis«-Verantwortliche für das Projekt, Ricardo Taschke, erläuterte im Rathaus am Alice-Salomon-Platz in Hellersdorf, dass es am Anfang um eine möglichst umfassende Sammlung und Dokumentation derjenigen Vorfälle gehe, die jenseits strafrechtlicher Relevanz stehen oder die aus Furcht vor Repressalien nicht zur Anzeige gebracht werden. Für ihn stelle das »Verzeichnis« zuerst einmal eine Zustandsbeschreibung dar, die analysiert werden muss und aus der dann Schlussfolgerungen gezogen werden.
Im Augenblick gilt es neben dem Bezirksamt mit dem Büro von Dagmar Pohle und dem Ordnungsamt möglichst viele weitere Unterstützer zu finden. Bisher haben sich schon Stadtteilzentren, Schulen, Lehrer und Studenten und sogar Suchtberatungszentren als Partner angeboten.
Alle Helfer erhalten von »Polis« Ordner mit wichtigen Hinweisen zu Themen wie: Was sind rechtsextreme Aktivitäten? Wie verhält man sich, wenn man mit solchen Vorfällen konfrontiert wird? An welche Kontaktadressen kann man sich wenden? Für die Partner und Unterstützer des Verzeichnisses gibt es auch dreitägige Workshops. Dort erfahren die Teilnehmer, wie eine Anzeige richtig formuliert werden muss, mit welcher rechtlichen Unterstützung man rechnen kann oder wie die Zusammenarbeit mit der Polizei funktioniert. In einem zweiten Schritt sollen Namen und Adressen von Ansprechpartnern öffentlich gemacht werden, wenn diese zustimmen.
Dagmar Pohle betonte, dass es um die Sensibilisierung für rechtsextreme Aktivitäten, um Transparenz und um die Auseinandersetzung damit gehe. Das »Verzeichnis« solle das Klima widerspiegeln, in dem solche Vorkommnisse stattfinden. In diesem Zusammenhang warf Ricardo Taschke die Frage auf, ob die »Helle Mitte« in Hellersdorf in der Dunkelheit ein Angstraum sei, wohin sich Bürger nicht mehr wagen.
Marzahn-Hellersdorf sei insgesamt wiederholt Schauplatz rechtsextremer Aktivitäten gewesen, wie die jüngsten Aktionen zum sogenannten Rudolf-Heß-Gedenktag oder nicht genehmigte NPD-Stände im Einkaufszentrum »Helle Mitte« zeigten. Dagmar Pohle kündigte an, dass sie die Ergebnisse des »Verzeichnis«- Netzwerkes als Sammlung an Innensenator Erhard Körting (SPD) übergeben werde. Dieser prüfe ja die Möglichkeiten für ein NPD-Verbot.
E-Mail: polis@stiftung-spi.de; www.stiftung-spi.de; Büro der Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf Tel. 902932001
jpohle - 13. Okt, 17:56





















